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Ein Portrait über Andrés Sendra

Andrés Sendra
Andrés Sendra trieb 1900 die Abenteuerlust in die USA. Dort schlug er sich durch, bis er einen Job als Ledereinkäufer fand.
Andrés Sendra
Andrés Sendra trieb 1900 die Abenteuerlust in die USA. Dort schlug er sich durch, bis er einen Job als Ledereinkäufer fand.
Andres Sendra
Andrés Sendra (Mitte) mit einem seiner Söhne, Vicente (rechts), und seinem Enkelsohn, ebenfalls Andrés (links).
Andres Sendra
Andrés Sendra (Mitte) mit einem seiner Söhne, Vicente (rechts), und seinem Enkelsohn, ebenfalls Andrés (links).
Andres Sendra
Bei seiner Reise in den "Wilden Westen" entdeckte Andrés die robusten Cowboy-Stiefel.
Andres Sendra
Bei seiner Reise in den "Wilden Westen" entdeckte Andrés die robusten Cowboy-Stiefel.
Andres Sendra
Die Urform hatten die Spanier im 15. Jahrhundert nach Amerika gebracht, jetzt galten die Arbeitsstiefel als Synonym für den typisch amerikanischen "Country Style".
Andres Sendra
Die Urform hatten die Spanier im 15. Jahrhundert nach Amerika gebracht, jetzt galten die Arbeitsstiefel als Synonym für den typisch amerikanischen "Country Style".
Andrés Sendra
Die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten begeisterten Andrés Sendra, er brachte die Idee zurück nach Spanien und 1905, ein Jahr nach seiner Rückkehr,...
Andrés Sendra
Die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten begeisterten Andrés Sendra, er brachte die Idee zurück nach Spanien und 1905, ein Jahr nach seiner Rückkehr,...
Andres Sendra
...gründete er mit seinem Bruder Vicente in Almansa seine erste Manufaktur, die auf die Herstellung von Cowboy-Stiefeln spezialisiert war.
Andres Sendra
...gründete er mit seinem Bruder Vicente in Almansa seine erste Manufaktur, die auf die Herstellung von Cowboy-Stiefeln spezialisiert war.
Andres Sendra
Das Arbeitsschuh-Image hat Sendra schon lange abgelegt, das Haus ist berühmt für modische Cowboy-Stiefel. In den 1980ern schaffte sich Sendra mit Biker-Boots ein zweites, ebenso prominentes Standbein.
Andres Sendra
Das Arbeitsschuh-Image hat Sendra schon lange abgelegt, das Haus ist berühmt für modische Cowboy-Stiefel. In den 1980ern schaffte sich Sendra mit Biker-Boots ein zweites, ebenso prominentes Standbein.
 

Ein Portrait über Andrés Sendra

Der Mann, der die Cowboy-Stiefel nach Hause zurückbrachte

Von Spanien zogen sie im 15. Jahrhundert aus und entdeckten Amerika, um dort Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Spanier wiederentdeckt zu werden, der sie nach Hause zurückbrachte: Es geht um Cowboy-Stiefel und um Andrés Sendra. Er legte den Grundstein für das spanische Familienunternehmen, das 1913 aus der Taufe gehoben wurde.

Beim spanischen Schuhhersteller Sendra ist der Spirit des Gründers Andrés Sendra auch nach über 100 Jahren Bestehen noch allgegenwärtig: Der Geruch von Leder begrüßt den Besucher beim Betreten des Firmengebäudes in Almansa. Nach wenigen Schritten ist man von Regalen mit unzähligen Cowboy-Stiefeln in unterschiedlichsten Größen, Farben und Designs umgeben. Ca. 12.000 Modelle wurden bei Sendra seit 1913 entworfen und entwickelt.

Der Gang führt an Werkstätten vorbei, in denen Cowboy-Stiefel von speziell ausgebildeten Handwerkern – wie in den Anfängen des Unternehmens – nach der Goodyear-Methode gefertigt werden. 250 Arbeitsschritte und 92 Prozent Handarbeit stecken in jedem Paar. Nach eigenen Angaben sind sie "ein Beispiel für unschlagbare Qualität, für Langlebigkeit, Komfort und Design". Das Geräusch der Maschinen klingt wie ein unermüdlicher Herzschlag, der die Idee von Andrés Sendra weiterträgt.

Sein Enkel Javier Sendra führt heute das Unternehmen. Er beschreibt seinen Großvater als Pionier:  "Er war mutig und waghalsig. Mit den wenigen Möglichkeiten, die es damals gab, reiste er über den großen Teich und zurück …und baute hier das Unternehmen auf."  Die Leidenschaft für Cowboy-Stiefel hat Javier von ihm geerbt: "Ich bin darin aufgewachsen… Ich identifiziere mich am meisten mit unserer Cowboy-Linie. Ich trage immer ein Paar, sie sind Teil meiner Persönlichkeit."

Als sein Großvater Andrés Sendra mit der Produktion anfing, dienten Cowboy-Stiefel
als reine Arbeitsschuhe, bis zu ihrem modischen Coming Out hatten sie noch einen langen Weg vor sich. Heute gibt es spitze, runde und eckige Formen.  Verarbeitet werden geprägte und bedruckte Leder vom Rind oder Schwein. Exotische Häute liefern Krokodile, Python-Schlangen, Strauße, Rochen und Leguane. Dekoriert wird mal mehr, mal weniger auffällig mit Stickereien, Nieten und vielen anderen Accessoires.

Mit 15 in die USA

Zurück zu den Anfängen: Den 15-jährigen Andrés Sendra trieb 1900 die Abenteuerlust in die USA. Dort schlug er sich durch, bis er einen Job als Ledereinkäufer fand. Seine Erfahrungen, die er als Kind in der Ledergerberei seines Vaters in Mislata bei Valencia gesammelt hatte, halfen ihm dabei Fuß im Business zu fassen.

Bei seiner Reise in den "Wilden Westen"  entdeckte Andrés die robusten Cowboy-Stiefel. Die Urform hatten die Spanier im 15. Jahrhundert nach Amerika gebracht, jetzt galten die Arbeitsstiefel als Synonym für den typisch amerikanischen "Country Style". Sie wurden ausschließlich per Hand gefertigt. Die individuelle Dekoration machte jedes Paar zum Unikat.

Die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten begeisterten Andrés Sendra, er brachte die Idee zurück nach Spanien und 1905, ein Jahr nach seiner Rückkehr, gründete er mit seinem Bruder Vicente in Almansa seine erste Manufaktur, die auf die Herstellung von Cowboy-Stiefeln spezialisiert war. Zunächst arbeiteten die beiden mit dem Schuhhersteller Hermanos Sánchez zusammen, der das nötige Know-how beisteuerte, bis 1913 ihr eigenes Schuh-Business ohne Partner in Calle Virgen de Belén (Almansa) in Betrieb ging.

Die Goodyear-Machart

Bereits damals lag der Fokus auf Qualität. Die Brüder kauften zwei hochwertige Schneidemaschinen, die in den Anfängen als produktives Herzstück des Unternehmens dienten und sogar heute noch in Betrieb sind.

Schnell war klar, dass Cowboy-Stiefel nicht nur flexibel, soft und bequem sein müssen, sondern auch langlebig, zumal sie nach wie vor als stark strapazierte Arbeitsschuhe für die Landwirtschaft und auf dem Bau dienten. 1919 revolutionierte die British United Shoes Machinery Company die rahmengenähte Goodyear-Machart. Die neue doppeltgenähte Technik erleichterte die Produktion und Andrés und Vicente investierten ihr gesamtes Kapital in die Anschaffung der neuen Maschinen.

Der Spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 erschwerte die Arbeit, Engpässe bei Materialbeschaffung und Stromversorgung waren an der Tagesordnung. Andrés und Vicente führten trotz zahlreicher Widrigkeiten das Unternehmen durch die Kriegs- und Nachkriegszeit, die Produktion stoppte nie.

Die nächsten Generationen

1944 verstarb Andrés Sendra, sein Bruder Vicente führte das Unternehmen weiter, bis er es an seinen Sohn Andrés, und seinen Neffen José weitergab. Damals waren 145 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig. Heute wird die Firma von Javier Sendra geleitet. Mit seiner Tochter Alejandra steht die vierte Generation bereit.

Das Arbeitsschuh-Image hat Sendra schon lange abgelegt, das Haus ist berühmt für modische Cowboy-Stiefel. In den 1980ern schaffte sich Sendra mit Biker-Boots ein zweites, ebenso prominentes Standbein. Produziert werden Modelle u.a. für namhafte Brands wie Harley Davidson, Indiana und Diesel.

Zur Website von Sendra

Text: Özlem Agildere
Fotos: Sendra