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Kunst für die GDS
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Kunst für die GDS
Einen Schuh zu kreieren, aber aus ungewöhnlichen und ganz untypischen Materialien. So lautete die Aufgabe, die vier verschiedenen Künstlern für die neue Werbekampagne der GDS mit dem Claim „Inspiration to go“ gestellt wurde. Entsprechend individuell und ausgefallen ist das jeweilige künstlerische Ergebnis.
Er wirkt märchenhaft, geradezu überirdisch – wie nicht von dieser Welt. Dem Künstler Stefan Laskowski ist mit dem Federschuh ein ungewöhnliches und zugleich sehr ansprechendes Werk gelungen. „Ich wollte ein Material verwenden, das für einen Schuh so ungeeignet und unwahrscheinlich wie nur möglich erscheint, um ihm in der Umsetzung eine verblüffend poetische Überhöhung zu verleihen“, erklärt der gebürtige Kölner. „Mit seiner Leichtigkeit vermittelt der Federschuh genau den Eindruck, den ein Betrachter beim Anblick einer eleganten Frau in filigranen Pumps haben sollte: nämlich dass sie schwebt.“ Dabei hatte der Entwicklungsprozess überhaupt nichts Federleichtes an sich, denn jedes mühsam erreichte Zwischenergebnis drohte durch den folgenden Handgriff wieder zerdrückt zu werden. „Leichtigkeit zu erreichen ist eben oft das Schwerste“, sagt Stefan Laskowski. Nach über 20 Jahren freier Arbeit als Maler und Bildhauer weiß er, wovon er spricht. So zählen zu seinem Schaffen die Fassadengestaltung des Ministeriums für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Ernährung in Bonn im Jahr 2000 ebenso wie großformatige Glasmalereien oder eine sieben Meter hohe Figur aus Glasfiber, die Lawskowski für einen Brunnen im Märkischen Viertel Berlins gefertigt hat. Seine Begeisterung für das Ungewöhnliche hat er sich bis heute bewahrt, davon zeugt auch sein Laden Kentaurus, den Stefan Lawskowski neben seiner künstlerischen Arbeit führt – mit besonderen Vintage-Kleidungsstücken aus Fliegerei, Motorsport und Bergsteigerei.
Einen Schuh mit Zeitungsausschnitten neu zu gestalten, das war die Idee von Adriana Teldaldi, die sie als Diplomarbeit ihres Grafikdesignstudiums umgesetzt hat. „News und Informationen bestimmen neben dem eigentlichen kreativen Prozess ganz wesentlich die Entwicklung von Trends auch in der Schuhbranche“, erklärt die junge Schottin, die aus Aberdare bei Newport stammt. „Dieses Modell ist ein britisches Unikat mit News aus meiner Heimatstadt; sozusagen ein Abbild eines Tages, aber überhaupt nicht so vergänglich wie die Zeitung von gestern." Darüber hinaus spielt dieser Entwurf auch mit den Gegenpolen trockener Fakten und modisch spielerischer Leichtigkeit, dafür spricht das raffinierte Zierwerk an der Ferse, das dem Schuh erst das gewisse Etwas verleiht. „Ich liebe Schuhe und interessiere mich sehr für Mode“, so Adriana Teldaldi. „Ich lasse mich daher auch gern von ungewöhnlichen Kreationen überraschen und inspirieren.“
Nicht minder kreativ, aber umso vergänglicher ist der Eisstiefel von Thomas Tremml. Allein der Entstehungsprozess war aufwändig; so musste das Wasser zunächst fünf Tage unter ständiger Bewegung bei minus acht Grad gefroren werden, bevor aus einem 100 Kilogramm schweren Eisrohling ein massiver, dennoch transparenter Stiefel gearbeitet werden konnte, mit viel Präzision und der Hilfe von speziellen Schnitzeisen und Fräsern.
Der Künstler aus Ismaning bei München hat sich mit seinen spektakulären Eis-Installationen auch international einen Namen gemacht und zählt zu den besten Eiskünstlern weltweit. Mit seinen Kreationen hat er überdies schon den einen oder anderen Rekord aufgestellt, wie mit dem größten Pilsglas der Welt für die Brauerei Königs Pilsener, das ihm einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde einbrachte. Auch das Schloss Neuschwanstein formte er detailgetreu aus Eis, oder die im wahrsten Sinne des Wortes „coolen Cars“ für Autoshows wie zum Beispiel in Detroit. „Eis fasziniert mich, ich komme von diesem Material einfach nicht los“, beschreibt Thomas Tremml seine Leidenschaft. Einen Schuh oder Stiefel aus Eis wollte er immer schon mal machen. „Für mich ist ein Schuh das wichtigste Kleidungsstück“, erklärt Thomas Tremml. „Allein während meiner eiskalten Arbeit müssen meine Schuhe überaus funktionell sein, wasserdicht und isolierend bei Temperaturen bis minus 30 Grad.“ Doch auch, weil er privat Wert auf hochwertige Schuhe legt, hat ihn die Arbeit für die GDS Werbekampagne gereizt. „Für mich sollte ein Schuh aus edlen Materialien geschaffen sein, ein ansprechendes Design haben und hohen Tragekomfort aufweisen“, so Thomas Tremml. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.
„Für einen guten Schuh braucht man Knete“, weiß Silke Bunde und hat ihre Aufgabe mit einem perfekt gekneteten Schuhmodell entsprechend wörtlich genommen. „Als Material diente mir Knete, die nicht lufttrocknet“, erklärt die Düsseldorferin, die sich mit ihrer im Jahr 2008 gegründeten Agentur Knetwerk auf die Anfertigung außergewöhnlicher Illustrationen und Knetportraits spezialisiert hat. „Da ich sehr detailliert arbeite, stand ich bei dem Knetschuh vor einigen Herausforderungen“, so Silke Bunde. „Allein die Darstellung eines Schnürsenkels hat mich einige Experimente und viele Stunden Arbeit gekostet.“ Für sich selbst bevorzugt die junge Mutter zweier Kinder eher praktisches und alltagskompatibles Schuhwerk. „Ich bin viel unterwegs und bevorzuge daher flache Schuhe“, so Silke Bunde. „Deshalb sind meine absoluten Lieblingsschuhe derzeit auch meine neu erstandenen Bikerboots.“ Die sicherlich tragbarer sind als der Knetschuh der Künstlerin, der immerhin respektable zehn Kilogramm wiegt. Zu sehen sind die Exponate übrigens nicht nur im Rahmen der GDS-Werbekampagne, sondern auch live auf der Messe selbst.
Zur aktuellen Saison startet die neue GDS-Werbekampagne unter dem Claim „Inspiration to go“ mit dem Federschuh von Stefan Laskowski. In den kommenden Saisons werden die Motive der anderen Künstler vorgestellt.
Text: Nicoletta Schaper
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