Trend-Info der TextilWirtschaft

Ausblick auf die Trends Frühjahr/Sommer 2016

„Es wird eine herausfordernde Saison“, verlautbaren Gudrun Allstädt und Simone Reiner auf der Trend-Info zur neuen Saison, die sich dank soliderer Formen und starken Farben so kräftig und ausdrucksstark wie schon lange nicht mehr präsentiert.
 
Herausforderung ist in der Tat einer zentraler Begriff, der über der kommenden Saison schwebt: Neue Hosenformen, eine kaum je zuvor dagewesene Vielfältigkeit in der Damenmode und der sich zunehmend manifestierende Komfortgedanke bedürfen Fußkleidern, die sich dem zeitgemäßen, modischen „Anything goes“-Gefühl harmonisch fügen und jenes mit neuen Farbthemen unter dem Stichwort „Bodenbetonung“ kraftvoll ergänzen. Bei der allgegenwärtigen Heterogenität von Modestilen, müsse man in der Inszenierung von Schuhmode vor allem „Gefühle, Emotionen und das Spiel mit Sinnlichkeit“ fokussieren und die Ware in Abgrenzung zum Online-Handel förmlich „kuratieren“, so die Expertinnen. Als Orientierung stellten sie die zentralen Trend-Bausteine für die kommende Sommersaison vor:

„Feel Good“ fungiert samt seiner dazugehörigen Parameter von Helligkeit, Leichtigkeit und Weichheit weiterhin als essenzielle Botschaft für Frauen und Männer, was sich in anschmiegsamen Materialien wie Sweat und Jersey zeigt.  

Der etablierte Non-Colour-Look, der in Normcore-Manier Ton-in-Ton getragen wird, wird künftig von stärkeren FARBnuancen durchbrochen, die den gesamten Look ausdrucksstärker anmuten lassen. Viele dieser zunehmend kräftigen Nuancen begründet der immer stärker werdende Seventies-Look: Currytöne, natürliche Lederfarben, dunkle Rot- und Gelbtöne gesellen sich zu Veloursledermodellen, sowie Flecht- und Fransendetails, die allesamt ein vom Boho-, Hippie- und Festival inspiriertes Freiheitsgefühl hervorrufen. Das stärkste und wörtlich frischeste Farbthema präsentiert sich hingegen in Form eines Klassikers: Kornblumen-, Kobalt- und Royal-Blau, sind „die  deklarierten Basisfarben“ des kommenden Sommers, die sich von maritimen Einflüssen gespeist, überaus stark und einen Hauch ironisch präsentieren. Aber auch die FORMen zeigen sich so präsent, laut und solide wie lange nicht mehr: Korrespondierend zu einer Reihe neuartiger, weiter Hosenformen, wie der relaxten ‚slouchy Pant’, dem gemäßigten ‚Bootcut-Modell’, der klassischen ‚Wide-Leg’ und dem Überflieger schlechthin, den Culottes, kombiniert man nicht länger madamige Galanterie, die die Weite auffängt, sondern setzt neben ausdrucksstark-klobigen Plateaus, Wedges und Keilabsätzen, auf Sneaker-Modelle, die durch schwarze Schnürsenkel an neuem Drive gewinnen, neuartige Espadrilles-Formen sowie komfortable Schlappen, die auf „Kraft von unten“ setzen.

Aber auch die Männer trauen sich an vermeintliche Neuerungen heran. Neben dem etablierten Sneaker, der sich zunehmend anhand seiner Oberflächengestaltung abgrenzt, zieht die als Touristen-Uniform verschriene Trekking-Sandale in den Schuhschrank junger und modebewusster Männer ein, die sich im kommenden Sommer auch für ein ebenso stiefmütterlich behandeltes Modell interessieren: Den Mokassin, der keineswegs arriviert, sondern ultrafrisch und stilvoll daherkommt. An zusätzlicher Aufmerksamkeit gewinnen auch Boots mit extravaganten Cowboy-Details, während sie in der Frauen-Schuhmode in der kommenden Saison eine deutlich kleinere Rolle spielen werden als bisher. 

Klassische Schnürer werden robuster, markanter, leicht abgerundet und dadurch männlicher. Insgesamt zeigt sich das Schuhwerk sowohl entspannter, als auch mutiger, allem voran eine Feel-Good-Attitüde, wie Gudrun Allstädt treffend zusammenfasst: „Leichtigkeit ist ein Gesetz. Und zwar für oben, wie für unten.“