Fashion Forecast Modeurop

Die wichtigsten Trends für Herbst/Winter 2016/17

Laut Marga Indra-Heide, Trendexpertin vom Institut Modeurop, steht die übernächste Modesaison ganz im Zeichen von Kontrasten. Im fachkundigen Vortrag zeigt die Expertin, welch ungemeines Potenzial in der Anziehungskraft von Gegensätzen stecken kann.

Timelessness versus Speed, Ethno versus High-Tech, Fantasy versus Function – ohne Zweifel, unsere derzeitige Lebenswirklichkeit ist wie kaum je zuvor von starken und vielseitigen Geschehnissen gekennzeichnet, dessen Aufeinandertreffen sich als Geburtsstunde innovativer und vielversprechender Trendströmungen entpuppt.
So stellt Indra-Heide drei übergeordnete Stiltendenzen, sowie dazugehörige Farbbilder, Qualitäten und Detail- und Accessoires-Lösungen vor, deren Reiz im „perfekten Mix" und nicht in der „perfekten Darstellung" liegt:

„ESSENTIALS" symbolisiert die Hinwendung zu einem insgesamt formelleren Look, der sich durch hohe Qualität auszeichnet. Reiche Materialien wie Wolle, Kaschmir, Pelz, Leder und Seide werden mithilfe einer ästhetischen Grau-, Beige- und Braunpalette in Szene gesetzt. Neue Volumina kommen zusätzlich hinzu. Passendes Schuhwerk dazu sind Stiefeletten, Chelseas und Monkvarianten, die sich durch neuartige Sohlen- und Leistenformen sowie durch spannende Materialzusammenkünfte aus Flanell, Filz, Lack sowie Schlangen- und Reptiloberflächen kennzeichnen.

Das Trendthema „ARTISANAL" hingegen gleicht eher einer Reise durch Dekaden, über Stoffmärkte und Kontinente, was sich in folkloristischen Stilcodes und intensiven Farben von ‚Curry' über ‚Inka Red' bis hin zu ‚Oak' zeigt. Das Spiel mit fließenden, taillierten Kleidern, Capes und Ponchos verlangt nach solidem Schuhwerk, das genauso detailverliebt ist, wie die mitunter handgefertigten Kleidungsstücke: Stitching-Details, Schnürungen, Samtoberflächen, Nieten und Fransen sind nur wenige Details dieses überaus reichen Modethemas. Hier wird gedruckt und geflickt, gemustert, geprägt und neu zusammengesetzt – alles im Zeichen des Individuums, das die Mode dazu nutzt, seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

Die dritte von Indra-Heide präsentierte Strömung „VISIONARY" zollt unserer zunehmend technisierten und digitalisierten Welt Tribut. Das äußert sich konkret in High-Tech-Materialien deren Key-Words Struktur, 3D und Laser Cuts sind. Farblich wird das Thema von den kontrastreichen Non-Colours Schwarz und Weiß, sowie von Metallics in Spiegel- und Vintage-Optik begleitet und darüber hinaus von elektrischen Blau und kräftigen Mandarintönen intensiviert. Auch hier gilt für das Fußwerk ein innovativer Fokus auf die Sohlen der Schuhe, die künftig dick, funktional, sportlich oder gar avantgardistisch und künstlerisch daher kommen (können). Denn alles kann und nichts muss, wie auch die abschließende Folie dieses spannenden Vortrags hervorragend zusammenfasst: „Mode kennt keine Grenzen."

Text: Vanessa Pecherski
Foto: Stephan Krudewig